Grafische Sammlung, Kunsthaus Zürich

Anders als die klassischen Kupferstichkabinette, die auf fürstliche oder wissenschaftliche Sammlungen und Bibliotheken zurückgehen, ist die Grafische Sammlung im Kunsthaus Zürich mit der Entstehung und Geschichte der Zürcher Kunstgesellschaft eng verbunden. An ihrem Anfang steht ein Kreis befreundeter Amateur-Künstler und Autodidakten, die sich 1787 zur Künstlergesellschaft zusammenschlossen. Man führte ein sogenanntes „Malerbuch“ – in das von jedem Mitglied regelmässig Zeichnungen und Aquarelle eingelegt wurden. Erst in den letzten hundert Jahren hat die Grafische Sammlung ihr unverwechselbares Profil erhalten. Mit ihren rund 95‘000 Blättern, davon 37‘000 Zeichnungen gehört sie zu den respektablen Institutionen im europäischen Raum. Heute ist die Grafische Sammlung dank ihres innovativen Ausstellungsbetriebs, ihrer Erwerbungen in den Bereichen Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Film, Video und Multiple sowie ihrer Kooperationen und Leihgaben mit den renommiertesten Museen der Welt gut vernetzt.

Unter den Altmeistern vermitteln die Konvolute mit Zürcher und Schweizer Zeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts einen gültigen Überblick über das regionale künstlerische Schaffen. Ihre wertvollsten Bestände umfassen an die 300 Scheibenrisse, darunter zahlreiche Werke der berühmtesten Meister dieses Fachs. Von internationaler Bedeutung ist die kleine Gruppe italienischer Meister der Hoch- und Spätrenaissance und des Barock. Ihr Renommé verdankt die Altmeistersammlung den über 650 Zeichnungen von Johann Heinrich Füssli.

Besonders gut vertreten ist die Schweizer Landschaft von Hans Leu und Conrad Meyer über Salomon Gessners Landschaftsidyllen zu den vorromantischen Hochgebirgsdarstellungen von Ludwig Hess und Caspar Wolf. Die Landschaft der Romantik ist mit Aquarellen von Turner, Calame und Ludwig Richter vertreten. Zu den berühmtesten Stücken der Sammlung gehören das Skizzenbuch von Géricault, das Selbstbildnis von Leibl, die Provence-Landschaft van Goghs und die sechs Aquarelle von Cézanne. Die umfangreichste Werkgruppe bilden die 1580 Zeichnungen von Hodler, mit Meisterwerken aus allen Schaffensperioden des Künstlers. An Druckgrafik besitzt die Sammlung neben kostbaren Einblattholzschnitten des 15. Jahrhunderts und bedeutenden Beständen der schweizerischen, deutschen, holländischen und italienischen Schulen die fast vollständigen druckgrafischen Werke von Dürer, Hogarth, Goya und Daumier.

Im 20. und 21. Jahrhundert liegen die Schwerpunkte auf den Zeichnungen, Aquarellen und Collagen mit Meisterwerken von Corinth, Kirchner, Klee, Arp, Duchamp, Richter, Picabia, Höch, Meyer-Amden, Taeuber-Arp, Ernst, Soutter, Wols, Giacometti, Glarner, Mack, Graubner, Oldenburg, Le Witt, Nauman, Cage, Disler, Cahn, Cucchi, Droese, de Crignis, Haubensak, Müllenbach, Manz, Wechsler, Innes, Shrigley, van Lieshout, Fischer, Bauer, Chieppo und Voigt.

Bilder der Sammlung

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Grafische Sammlung, Kunsthaus Zürich

Grafische Sammlung
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www.kunsthaus.ch
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Die Räume der Grafischen Sammlung befinden sich im Müller-Bau des Kunsthauses und sind am besten über den Durchgang bei der Bibliothek an der Rämistrasse erreichbar.

Öffnungszeiten des Studiensaals

Montag bis Freitag 9-12 Uhr, 14-17 Uhr nach Voranmeldung
grafischesammlung(at)kunsthaus(dot)ch.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Tram 3, 8, 9, Haltestelle 'Kunsthaus'
Bus 31