Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle >>>

Ausstellung:

Anita Rée. Retrospektive

Freitag, 06. Oktober 2017 – Sonntag, 04. Februar 2018

Im Herbst und Winter 2017/18 präsentiert die Hamburger Kunsthalle die erste umfassende Museumsausstellung zum Werk der Malerin Anita Rée (1885–1933). Mit rund 200 Gemälden, Arbeiten auf Papier und gestalteten Objekten wirft die Retrospektive Licht auf ein facettenreiches und bedeutendes Œuvre, das von impressionistischer Freilichtmalerei über mediterrane Landschaftsbilder bis hin zu neusachlichen Bildnissen reicht. Der reiche Bestand der Kunsthalle an Arbeiten Rées mit 13 Gemälden und 25 Werken auf Papier wird ergänzt durch wichtige Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen Deutschlands, Englands, der Schweiz und den USA.

Die in Hamburg geborene Anita Rée nahm Malunterricht bei Arthur Siebelist in Hittfeld, bildete sich im Winter 1912/13 in Paris fort und arbeitete von 1922 bis 1925 im süditalienischen Positano. Nach der  Rückkehr nach Hamburg brachten ihr zahlreiche Porträt- und öffentliche Aufträge überregionale Anerkennung, und sie konnte wertvolle Kontakte in der Kunstwelt knüpfen. Ihre letzten Jahre verbrachte Anita Rée zurückgezogen auf Sylt, wo sie sich 1933 das Leben nahm.

Die Retrospektive der Hamburger Kunsthalle lädt zur Entdeckung einer großen Künstlerin ein: Mit ihren sehr persönlichen Bildern umkreiste Anita Rée die Frage nach Identität, nach Subjekt und Gemeinschaft, nach Zugehörigkeit in einer sich wandelnden Welt. Als Malerin zwischen Tradition und Moderne, als selbstständige Frau in der Kunstwelt, regionale Künstlerin mit übernationalem Anspruch, protestantisch erzogene Hamburgerin mit südamerikanischen und jüdischen Wurzeln lebte Rée gleich mehrfach zwischen den Welten.

Die Ausstellung fußt auf einem interdisziplinären Forschungsprojekt mit intensiven kunsthistorischen und kunsttechnologischen Recherchen. Systematisch wurde in Hamburger, deutschen und europäischen Archiven nach Spuren Rées gesucht. Mit Unterstützung durch die ZEIT-Stiftung wurden ihre Malweise und die Materialität ihrer Gemälde und Werke auf Papier mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht. Dank der neuen Erkenntnisse lässt sich Anita Rée nun als aktive, selbstbewusste Künstlerin verstehen und nicht nur als Opfer ihrer Zeit, ihres Geschlechts oder ihrer Religionszugehörigkeit.

Ein reich bebilderter wissenschaftlicher Katalog in deutscher und in englischer Sprache begleitet die Ausstellung (Prestel Verlag, München). Die Publikation ist im Museumsshop zum Preis von 29 Euro erhältlich und kann online über www.freunde-der-kunsthalle.de bestellt werden. Voraussichtlich im Januar 2018 wird die Kunsthalle das gemeinsam mit der Kunsthistorikerin und Autorin Maike Bruhns erarbeitete und von der Hermann Reemtsma Stiftung finanzierte neue Werkverzeichnis zur Künstlerin herausgeben.

 

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