Stiftung Museum Schloss Moyland – Graphische Sammlung >>>

Ausstellung:

Herzenssache – Wilhelm Busch malt

Sonntag, 13. Oktober 2019 – Montag, 24. Februar 2020

Wilhelm Busch ist vor allem mit seinen Bildergeschichten berühmt geworden.

Als „Erfinder“ des Comics erlangte er 1865 mit „Max und Moritz – Eine Bubengeschichte in 7 Streichen“ weltweite Bekanntheit. Weniger bekannt ist, dass Busch auch gemalt hat. Mit Werken, die von den Alten Meistern der flandrischen und holländischen Malerei inspiriert sind, aber mit energischen Pinselstrichen und kühnen Farbkontrasten schon früh in die Moderne weisen, überrascht Wilhelm Busch in der neuen Ausstellung im Museum Schloss Moyland.

Wilhelm Busch (1832–1908) schuf im Verborgenen ein malerisches und zeichnerisches Oeuvre, das es zu entdecken gilt. Von Selbstzweifeln geplagt, hielt der universell begabte Schöpfer humoristischer Bildergeschichten, Schriftsteller und Dichter seine Malereien zu Lebzeiten unter Verschluss.

Wilhelm Busch unternahm drei eher kurze Anläufe, an den Akademien in Düsseldorf, Antwerpen und München zu studieren. Jedoch war eine konsequente Ausbildung zum Maler an der Akademie nicht seine Sache, sondern vielmehr das Selbststudium. Hier waren die Natur sowie holländische und flämische Maler des 17. Jahrhunderts seine Lehrmeister: „In dieser kunstberühmten Stadt sah ich zum ersten Male die Werke alter Meister: Rubens, Brouwer, Teniers, Frans Hals. Ihre göttliche Leichtigkeit der Darstellung malerischer Einfälle, verbunden mit stofflich juwelenhaftem Reiz; […] diese Farbenmusik [...] haben für immer meine Liebe und Bewunderung gewonnen […].“ (Wilhelm Busch, 1886)

Busch widmet sich als scharfer Beobachter Szenen und Typen des dörflichen Alltags, ländlichen Interieurs, Kinderdarstellungen und Porträts. Oft zeichnet und malt er in seinem Heimatort Wiedensahl nach der Natur.

Er entdeckte für sich die kleinformatige Ölskizze, die er lebenslang nahezu ausschließlich pflegte. Eines seiner Hauptsujets sind expressive Landschaften, die bevorzugt Bäume, Waldränder, bewegte, oft dramatische Wetterstimmungen zeigen. Seine späten, ca. 1891–95 entstandenen, skizzenhaften Landschaften weisen mit ihren dynamischen Pinselstrichen und kühnen Farbkontrasten bereits den Weg hin zur Moderne.

„Herzenssache – Wilhelm Busch malt“ ist eine Kooperation mit dem Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst in Hannover, aus dem die meisten Leihgaben stammen, und dem Ernst Barlach Haus in Hamburg.

Die Ausstellung knüpft an die kulturgeschichtliche Verbundenheit der niederrheinischen Grenzregion mit dem Nachbarland an. Begleitend werden Niederländische Radierungen um 1900 aus der Museumssammlung gezeigt, die zeitlich wie thematisch mit den Schwerpunkten Landschaft und Porträt einen Bogen zu Wilhelm Busch schlagen.

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