Stiftung Museum Schloss Moyland – Graphische Sammlung >>>

Ausstellung:

Joseph Beuys – Gestempelte Multiples, Drucksachen, Fotografien. In Verbindung mit der Präsentation: Joseph Beuys und die Mail Art in der DDR

Sonntag, 22. September 2019 – Sonntag, 19. April 2020

Joseph Beuys – Gestempelte Multiples, Drucksachen, Fotografien
Im Rahmen der Sammlungspräsentation KUNST.BEWEGT.16

Ende der 1960er Jahre begann Joseph Beuys Schriftstücke, Fotografien und Objekte, die ihm wichtig waren, in seine Kunst einzubeziehen, indem er sie stempelte. Die Stempel, die er dazu benutzte, gestaltete er selbst. Während Beuys mit seinen Mitarbeitern Drucksachen oft massenhaft stempelte, verwandelte er andererseits Fotoabzüge und in Auflagen herausgegebene Kunstwerke, sogenannte Multiples, durch Stempeln in Unikate. Auch als eigenständige Kunstwerke hat Beuys Stempel eingesetzt. Mit der einprägsamen Bildsprache und den kurzen Textbotschaften der Stempel verhalf er seiner künstlerisch-politischen Arbeit zu größerer Reichweite. Vor allem seine gestempelten Multiples trugen dazu bei, dass ab 1967 die „Marke Beuys“ entstand.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von gestempelten Multiples, Drucksachen sowie ein einzigartiges Konvolut von gestempelten Fotografien aus einem größeren Bestand, der bisher noch nie präsentiert wurde. Die Aufnahmen verschiedener Fotografen und Fotografinnen wurden wahrscheinlich von Beuys selbst mit Stempeln überarbeitet. Darüber hinaus sind vier Originalstempel von Beuys aus dem Museum Kurhaus Kleve zu sehen.

Schwerpunkt innerhalb dieser Ausstellung, anlässlich „30 Jahre Mauerfall“:
Joseph Beuys und die Mail Art in der DDR

Die Sammlungspräsentation wird ergänzt durch Mail Art aus der DDR. Auch in der international vernetzten Ostberliner Kunstszene spielten Stempel eine große Rolle. Auf vielen der individuell gestalteten Postsendungen aus der DDR tauchen seit Mitte der 1970er Jahre neben Stempeln und teils subversiven Bild- und Textbotschaften immer wieder auch der Name und das Bild von Joseph Beuys auf. Zudem sind oft Kunstwerke von Beuys auf den Postkarten zu sehen. Die Beziehung zwischen Beuys und der Mail Art-Szene in der DDR war wechselseitig: Beuys erhielt nicht nur gestaltete Drucksachen aus der DDR, er beteiligte sich auch an internationalen Mail Art-Projekten, in denen Künstlerinnen und Künstler aus der DDR und dem Ostblock aktiv waren.

Die Ausstellung weist auf die bisher wenig beachtete Wahrnehmung und Wirkung von Beuys in der DDR hin. Ein großer Teil der Ausstellungsstücke sind Leihgaben aus der Sammlung des Berliner Psychoanalytikers, Mail Art-Künstlers und Verlegers Lutz Wohlrab. Gezeigt werden mehr als einhundert Grafiken und Werke der Mail Art von Guillermo Deisler, Jürgen Gottschalk, Jürgen W. Huber, Birger Jesch, Rainer Luck, Oskar Manigk, Wolfgang Petrovsky, Robert Rehfeldt, Jürgen Schieferdecker, Rolf Staeck, Joachim Stange, Lutz Wohlrab und Ruth Wolf-Rehfeldt.

Eine Publikation ist in Vorbereitung.

< Zurück