Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien >>>

Ausstellung:

Carlo Naya (1816–1882) – Venedig in frühen Fotografien

Donnerstag, 06. September 2018 – Sonntag, 25. November 2018

Ausstellung des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien,
zu Gast im Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien

Diese erste, ausschließlich der Fotografie gewidmete Kabinettausstellung gewährt einen Blick in den dritten (neben der Zeichnung und Druckgraphik) großen Sammlungsbereich des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien. Er umfasst heute etwa 22 000 Papierabzüge und ist ebenso unerforscht wie unbekannt. Zu den größeren Konvoluten von berühmten Fotografen gehören die Werke des Italieners Carlo Naya (Tronzano Vercellese bei Turin 1816–1882 Venedig).

Naya entwickelte sich von einem Amateurfotografen zu einem der herausragenden Reise-, Architektur- und Kunstfotografen des 19. Jahrhunderts in Italien. Seine Aufnahmen Venedigs mit den Palästen, Brücken, Plätzen und Kanälen prägten jahrzehntelang das Bild der Stadt. Besonders pittoresk sind die kolorierten Ansichten, die aufgrund der dick aufgetragenen Farbe teilweise nur noch schwer als Fotografien zu erkennen sind. Nayas Venedig-Bilder wurden von seinen Zeitgenossen hoch geschätzt und brachten ihm verschiedene Auszeichnungen auf Weltausstellungen ein.

Carlo Naya fotografierte nicht nur die Sehenswürdigkeiten, die auf dem Programm jedes Touristen standen, sondern auch Kunstwerke in Palästen, Kirchen und Museen wie der Galleria dell’Accademia. Da die Fotografie-Sammlung an der Wiener Akademie auch im Sinne einer enzyklopädischen Vorbilderkollektion angelegt wurde, verwundert es nicht, dass der größere Teil der Abzüge berühmte Kunstwerke zeigt. Drei Deckengemälde im Dogenpalast stehen in der Ausstellung beispielhaft für Nayas Schwarz-Weiß-Fotografien von Gemälden. Eine weitere Spezialität des Fotografen waren Aufnahmen von hohen Gebäuden wie dem Campanile auf dem Markusplatz. Eine von ihnen ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen, die mit 17 Fotografien einen kleinen Einblick in Nayas Schaffen gewährt.

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