Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren >>>

Ausstellung:

Apropos Papier: Ignacio Uriarte, Bürokünstler

Samstag, 19. Mai 2018 – Sonntag, 19. August 2018

Der in Krefeld geborene und in Berlin lebende Künstler Ignacio Uriarte ist der zweite Protagonist der Projektreihe „Apropos Papier:“, die den Einsatz des Werkstoffs Papier in der Gegenwartskunst untersucht.

Nachdem Ignacio Uriarte zunächst Betriebswirtschaftslehre in Madrid und Mannheim studiert hat und in diesem Bereich auch für Elektronikkonzerne in Deutschland, Spanien und Mexiko erfolgreich tätig war, entwickelte er nach einem parallel erfolgten Studium der audiovisuellen Künste am Centro de Artes Audiovisuales in Guadalajara, Mexiko den künstlerischen Ansatz der von ihm so bezeichneten „konzeptuellen Bürokunst“. Seit 2003 arbeitet er ausschließlich als bildender Künstler.

Ignacio Uriarte untersucht in seinen Zeichnungen auf Papier, durch seine gerissenen Reliefs und mit installativen Wand- und Bodenarbeiten Gesetzmäßigkeiten des Visuellen. Durch vermeintlich identische, dem Prinzip des Seriellen und des Prozessualen verpflichtete, sich im Detail beziehungsweise graduell aber voneinander unterscheidende Vorgehensweisen und formale Ergebnisse hinterfragt Ignacio Uriarte die behauptete Verbindlichkeit visueller Informationen wie die Neutralität der von ihm eingesetzten Materialien. Die in minuziöser Handarbeit erzeugten, im Ergebnis hyperpräzisen Formkonstellationen machen die Wahrnehmung selbst zum Thema, wenn man erkennt, dass die unterschiedliche Dichte und Intensität der gekritzelten oder geschichteten Strukturen es ist, die die Großform und deren Körperlichkeit erzeugt, ihre Räumlichkeit ausmacht, aber auch deren Differenz und Unterscheidbarkeit in der Zusammenschau bewirkt.

Ignacio Uriarte nutzt hierfür im Büroalltag gebräuchliche Materialien wie Kopierpapier, Briefhüllen, Schreibblöcke und dokumentenechte Farbstifte sowie dort übliche Anwendungstechniken und Nutzungsverfahren. Und in seine Überlegungen zur Installation der Werke im Raum bezieht er dessen Kriterien und Eigenschaften bewusst mit ein, so dass der Ausstellungsraum gemeinsam mit den in ihm präsentierten Arbeiten ein dreidimensionales begehbares Setting wird, in dem der Betrachter durch seinen eigenen Bewegungsfluss, seine Annäherung an die beziehungsweise seine Entfernung von den Werken ein Wahrnehmungsgehäuse erzeugt, das die Wirkweisen und wahrnehmungstheoretischen Aussagen der Arbeiten von Ignacio Uriarte wesentlich bedingt.

Im Rahmen von Apropos Papier: werden eine ortsspezifische Wandarbeit, eine skulpturale Bodenarbeit und neue Werke in den vier Grundfarben des Büroalltags schwarz, blau, rot und grün im Leopold-Hoesch-Museum zu sehen sein.

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