Von der Heydt-Museum – Graphische Sammlung >>>

Ausstellung:

Jankel Adler und die Avantgarde. Chagall / Dix / Klee / Picasso

Dienstag, 17. April 2018 – Sonntag, 12. August 2018

Marc Chagall und Paul Klee, Pablo Picasso und Otto Dix, Amedeo Modigliani und Francis Bacon, sie alle waren mit Jankel Adler bekannt oder sogar befreundet. Jankel Adler, geboren 1895 in Tuszyn bei Lodz in Polen, gilt als wichtiger Repräsentant und Impulsgeber der Moderne. Er stand im Mittelpunkt der künstlerischen Avantgarde der 1920er Jahre und war eine ihrer treibenden Kräfte. Im „Jungen Rheinland“ ebenso wie bei den „Kölner Progressiven“, im Umfeld der Zeitschriften „Sturm“ und „Aktion“ auch politisch aktiv, war Adler ein experimentierfreudiger, innovativer und international vernetzter Künstler auf dem Weg zum Ruhm.

Die Ausstellung des Von der Heydt-Museums, seit 30 Jahren die erste Retrospektive zu Jankel Adler, zeigt Werke aus allen Schaffensphasen dieses Pioniers und bringt sie in Verbindung mit Schöpfungen seiner Freunde. Anhand von rund 200 Werken, die das Von der Heydt-Museum aus den USA ebenso wie aus Israel, Brasilien, Frankreich, Polen und Großbritannien zusammenholt, lässt sich hier ein Malerrevolutionär im Kontext der Moderne wiederentdecken. Wie Chagall definierte er seine individuelle Position vor dem Hintergrund seiner jüdischen Herkunft, formte dabei aber ein weltweit verständliches Bildrepertoire.

Als Mitbegründer der Künstlergruppe „Jung Jiddisch“ war er aber auch eine nahezu ideale Projektionsfläche für den heraufziehenden Nationalsozialismus – als Vertreter einer spätexpressionistischen, kubistischen und konstruktivistischen Formensprache galt er den Nazis als Kulturbolschewist. Während er sich selbst 1933 nach Paris und später London retten konnte, wurden seine Werke als „entartete Kunst“ gebrandmarkt, in den Ausstellungen „Entartete Kunst“ 1937 in München und 1938 in Berlin gezeigt, aus den Museen gerissen, zu Schleuderpreisen verkauft und teilweise sogar zerstört.

Das hinderte Adler jedoch nicht daran, nach dem eigensinnigen, spektakulären Werk der 20er Jahre im Exil zu einem neuen, weltoffenen Stil zu finden, diesen an jüngere, vor allem britische Künstler weiterzuvermitteln und damit maßgeblichen Einfluss auf die Kunst nach 1945 zu nehmen. Seine mystisch geheimnisvolle Kunst, in deren Mittelpunkt die Suche nach einem existenziellen Menschenbild steht, fasziniert bis heute.

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