Stiftung Museum Schloss Moyland – Graphische Sammlung >>>

Ausstellung:

Neue Sammlungspräsentation zu Joseph Beuys – KUNST. BEWEGT. 11

Sonntag, 02. April 2017 – Sonntag, 24. September 2017

Beuys neu entdecken: In einer neuen Dauerpräsentation im Schlossgebäude lässt das Museum Schloss Moyland Joseph Beuys als Mensch, Künstler, Politiker und Visionär lebendig werden.

Besucher können anhand unterschiedlicher, zum Teil multimedialer Informationsmedien Beuys aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennenlernen. Darüber hinaus zeigt eine thematische Sonderpräsentation Werke zum 1-Sekunden-Stück von Joseph Beuys.

Informationsräume zu Joseph Beuys
Wer war Joseph Beuys? Dieser Frage nimmt sich ab dem 2. April 2017 eine Dauerausstellung an, die das Leben und künstlerische Werk des legendären Künstlers reflektiert. Informationsräume und multimedial ausgestattete Kabinette bieten vielfältige Zugänge zu Joseph Beuys. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist das Hörstück Joseph Beuys und der Hase, in das sich Kinder und Erwachsene im neuen Familienraum auf der Beuys-Etage vertiefen können.

In Kooperation mit dem Museum Schloss Moyland hat die Hörspielautorin Maria Riederer das Drehbuch geschrieben, in dem der Hase ein Zwiegespräch mit dem Zuhörer führt: „Findest du es eigentlich komisch, dass dir ein Hase die Kunst erklären will? Das ist nicht komisch, überhaupt nicht komisch. […] Joseph Beuys hat in einer Aktion dem toten Hasen die Bilder erklärt. Jajaa! Da lachst du – das darfst du auch, ohne Lachen ist die Kunst ja gar nicht auszuhalten…“ Musikkompositionen des Klangkünstlers Bojan Vuletic begleiten die Gedanken des Hasen. Der Schauspieler Jonathan Schimmer leiht dem Hasen seine Stimme.
Mit freundlicher Unterstützung des LVR-Dezernats Kultur und Landschaftliche Kulturpflege.

1-Sekunden-Stück von Joseph Beuys
Anlässlich der Ausstellung Beuys Brock Vostell – Aktion Partizipation Performance (1958–1977) bezeichnete der Künstler und Medientheoretiker Peter Weibel die „performative Wende“ als „eine der bedeutendsten Kunstentwicklungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“. Als einer der Künstler, die die diese Entwicklung besonders energisch vorangetrieben haben, hat Joseph Beuys klassische Formen der Kunst für neue künstlerische Ziele aktiviert und in Bewegung versetzt. Auf welche Weise Beuys Anfang der 1960er Jahre damit begann, die Kunst ins Performative zu wenden, und wie er dabei mit seinen eigenen Werken umging, zeigt die Ausstellung zum 1-Sekunden-Stück

Angeregt von Fluxus, einer Aktionskunst, die Elemente von Theater- und Musikaufführungen mit Objektkunst und Collage verbindet, schrieb Joseph Beuys Anfang der 1960er Jahre eine Reihe von „Stücken“. Darin ließ Beuys eigene Werke – Zeichnungen, Collagen und Objekte – als Akteure „auftreten“. Im 1-Sekunden-Stück zählt Beuys Werke auf, deren Titel als Namen von Personen gelesen werden können.

Die Ausstellung zum 1-Sekunden-Stück nimmt Beuys‘ Regieanweisung beim Wort und lässt diese Kunstwerke „innerhalb einer Sekunde auftreten und miteinander agieren“. Das ist möglich, weil sich 25 der 30 von Beuys aufgelisteten Objekte im Bestand des Museums Schloss Moyland befinden. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Zusammenstellung von höchst unterschiedlichen Werken aus der Zeit von 1948 bis 1963. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung eine autografische Variante des 1-Sekunden-Stücks, die der später veröffentlichten Fassung weitere interessante Bedeutungsebenen hinzufügt.

 

< Zurück