Angermuseum Erfurt – Grafische Sammlung >>>

Ausstellung:

Aufmunterung zur Kunst. Bartholomäus Bellermann und Heinrich Dornheim – Kunst in Erfurt um 1800

Sonntag, 17. November 2019 – Sonntag, 02. Februar 2020

Dass sich in Erfurt um 1800 ein Sinn für die bildende Kunst der Zeitgenossen entwickelte, verdankt sich vor allem dem kurmainzischen Statthalter Carl Theodor von Dalberg (1744–1817). Der an Kunst und Kultur interessierte Feingeist führte von 1772 bis 1802 die Geschicke der damals 17.000 Einwohner zählenden Handelsstadt Erfurt. An Dalbergs Wort „In Erfurt ist gut Wohnen“ erinnert man sich bis heute gern, vergessen scheinen jedoch die künstlerischen Leistungen jener Zeit. Dazu zählen das Wirken von Johann Georg Wendel (1754–1834) als Maler und Direktor der von Dalberg initiierten Erfurter Zeichenschule ebenso wie die Unternehmungen des Kaufmanns, Verlegers, Künstlers und Galeristen Johann Bartholomäus Bellermann (1756–1833): In Reiseführern der Zeit wurde begeistert auf die von ihm geführte Kunstgalerie mit seinen Landschaftspanoramen verwiesen. Später erinnerte man sich kaum noch an diese und ihren umtriebigen Schöpfer. Nikolaus Christian Heinrich Dornheim (1772–1830) ging dem öffentlichen Gedächtnis in Erfurt nicht verloren. Dessen umfangreiches zeichnerisches Werk, vornehmlich Ansichten von Erfurt und der Erfurter Umgebung, gab den Impuls zur Aufarbeitung und Erschließung der Werkbestände im Angermuseum Erfurt und damit eines kultur- und kunsthistorisch interessanten Abschnitts der Erfurter Geschichte. Die komplizierte zeitpolitische Situation mit mehrfachem Machtwechsel, welche die Stadt unter erzbischöflich-mainzischer, preußischer, französischer und wiederum preußischer Herrschaft erlebte, bildet den Hintergrund des Schaffens von Dornheim und Bellermann.

Mit der Publikation und kritischen Neubewertung der Sammlungsbestände beider Künstler ergibt sich ein Bild der Zeit, in der die patriotisch inspirierte Zuwendung zur Heimat mit ihren „Merkwürdigkeiten“ wie auch die Beobachtung und empirische Erkundung der Natur mit all ihren Erscheinungen im Vordergrund standen. So gewährt uns die Kunst Bellermanns und Dornheims heute nicht nur topografisch verlässliche Einblicke in die damalige Gestalt von Erfurt und Umgebung, sondern auch in Wetterphänomene und das Tun von Bauern, Bürgern und Flaneuren. Dalbergs an die Künstler damals gerichtete „Aufmunterung zur Kunst“ bildet das Motto, unter dem die Akteure jener Zeit und ihr Wirken nun vorgestellt werden.

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