Von der Heydt-Museum – Graphische Sammlung >>>

Ausstellung:

Peter Schenck – Der berühmteste Elberfelder, der jemals in Vergessenheit geriet

Sonntag, 14. April 2019 – Sonntag, 25. August 2019

Peter Schenck gilt als der Erfinder des Farbstiches und war ein äußerst erfolgreicher Geschäftsmann. Die Kunstgeschichtsschreibung zählt ihn vorbehaltlos zu den Niederländern, doch geboren wurde er in (Wuppertal-) Elberfeld. Im 17./18. Jahrhundert, einer Zeit, die als Hochblüte europäischer Bildkunst gilt, erzielte er beachtliche kommerzielle Erfolge als Druckgrafiker, Verleger und Hofgraveur. Bis auf einige wenige Beiträge in der Fachliteratur ist Schenck in den vergangenen Jahrhunderten jedoch beinahe in Vergessenheit geraten. Die Ausstellung im Von der Heydt-Museum rückt diesen bislang wenig beachteten Künstler erstmals wieder ins Rampenlicht.

Peter Schenck wurde um 1660 geboren und kam schon früh nach Amsterdam. Dort ging er in die Lehre zu Gerard Valck, einem niederländischen Graveur, Verleger und Kartografen. 1687 heiratete Schenck dessen Tochter Agathe Valck. Gemeinsam mit seinem Lehrer und Schwiegervater übernahm er bald den Kunstverlag J. Jansen, den er zu großem Erfolg führte. Neben dem Landkartenstich etablierte er den für die damalige höfische und bürgerliche Welt sehr bedeutsamen Zweig des Porträtstiches. Zwischen 1700 und 1711 besuchte Schenck regelmäßig die damals weltweit berühmte Leipziger Messe in seiner Heimat Deutschland. König August der Starke von Sachsen-Polen, ein passionierter Kunstsammler, ernannte ihn zu seinem Hofgraveur. Vermutlich um 1718/1719 starb Peter Schenck in Amsterdam.
Auch wenn das nicht zweifelsfrei belegt ist, wird Peter Schenck die Erfindung des Farbstiches zugeschrieben. Und tatsächlich war Schenck derjenige, der diese Erfindung zum ersten Mal in großem Umfang anwandte. Das neue Verfahren ermöglichte  es, die Farbe direkt von der Platte zu drucken, ein nachträgliches Kolorieren – wie bis dahin üblich – war nun nicht mehr nötig. Schenck nutzte die neue Technik u.a. für seine Landkarten und Landschaftsdarstellungen, die dadurch eine besondere Qualität erhielten. In der Ausstellung sind eine Reihe dieser farbigen Blätter präsentiert.
Seine Werke haben zudem früh weite Verbreitung gefunden und dem Künstler finanziellen Erfolg beschert. Anders als beispielsweise Gemälde oder Zeichnungen sind Druckgrafiken zu der Zeit Erzeugnisse, die leicht einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können. So besaß zum Beispiel auch Goethes Vater, der über eine reiche Sammlung druckgrafischer Blätter verfügte, Werke von Schenck. Die meisten Werke Schencks sind in der Schabkunstmanier hergestellt. Dieses auch als Dunkel-Druck oder Mezzotinto bekannte Verfahren gilt als besonders malerisch und ermöglicht Effekte, die von Kunstsammlern sehr geschätzt wurden.

Das Von der Heydt-Museum Wuppertal verfügt über ein ansehnliches Konvolut druckgraphischer Werke von Schenck, die es nun erstmalig im Rahmen einer Ausstellung zeigt. Eine Sonderschau dieser bisher kaum ausgestellten, aber dennoch faszinierenden Grafiken soll nicht nur die thematische Vielseitigkeit und Könnerschaft des Künstlers ausweisen, sondern auch ästhetische und technische Fragen beleuchten. Schencks Oeuvre erstreckt sich von landschaftlichen Darstellungen, Veduten und Landkarten über Tier- und Kostümmotive, mythologische Szenen sowie Genre- und Sittenbilder. Besonders die zahlreichen Porträts berühmter Persönlichkeiten wie René Descartes oder König Karl II von Spanien prägen Schencks Kunst – die Ausstellung setzt diese „Promis“ des Goldenen Zeitalters prominent in Szene. Im Dialog mit den Grafiken von Peter Schenck zeigt die Schau Werke seiner Zeitgenossen, um so die Bedeutung dieses Elberfelders angemessen zu würdigen.

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