Käthe-Kollwitz-Museum Berlin >>>

Ausstellung:

Käthe Kollwitz – Mit Händen sprechen

Samstag, 07. November 2020 – Sonntag, 07. März 2021

Käthe Kollwitz verleiht in ihren Werken den Händen eine besondere Bedeutung. Sie stellt sie oft übermäßig groß dar, so dass sie das Bildmotiv dominieren. Anfassen, tasten, schützen, fordern, stützen, beten: Berührungen unterschiedlicher Art finden sich in ihren Darstellungen. Sie zeigen Geborgenheit und Liebe, oder aber künden von Leid und Gefahr. Liebe, Geborgenheit, Schutz, Trauer, Angst – Im Leben von Käthe Kollwitz spielten Begegnungen und innige Beziehungen eine wichtige Rolle.

Aus ihren Tagebucheintragungen erhalten wir oftmals Eindrücke, wie sie Nähe und Distanz erlebt hat. In ihren Werken beschäftigen sie gerade diese emotionalen Erfahrungen besonders intensiv. Dabei entstehen gefühlsstarke Bilderfindungen, die unabhängig von einem konkreten Erlebnis einen allgemeinen Gemütszustand wiedergeben. Als stärkstes Ausdrucksmittel wird dabei immer wieder die Hand verwendet, die sanft berührt oder kraftvoll fordert. Emotionen, wie Trauer, Resignation und Nachdenklichkeit werden durch Hände, die nicht selten das Gesicht verdecken, vermittelt.

Durch die Lichtführung oder eine überproportionale Ausformung lenkt die Künstlerin den Blick des Betrachters auf das ihr so wichtige Motiv. Derzeit ist physische Nähe aus unserem sozialen Leben fast vollständig verschwunden. Hände schütteln, umarmen, unter den Arm greifen, festhalten – eigentlich selbstverständliche Handlungen, die wir zurzeit nur selten wagen. Daher scheint es gerade jetzt ein guter Zeitpunkt zu sein, die Darstellung dieser Form der physischen Nähe in der Kunst genau anzuschauen.

Das Werk von Käthe Kollwitz bietet eine Fülle von Ausdrucksmöglichkeiten, die es zu entdecken gilt. In ihren Bildern „sprechen“ die Hände und erzählen von großen Emotionen. In über vierzig Arbeiten – Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken – aus allen Schaffensperioden von Käthe Kollwitz folgt die Ausstellung diesem wichtigen Motiv.

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