Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien

Das Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien gilt nach der Albertina als die größte und bedeutendste graphische Sammlung in Österreich. Der Bestand umfasst etwa 40.000 Zeichnungen, 22.000 Photographien und 36.000 Inventarnummern an Druckgraphik mit geschätzten 100.000 Einzelblättern. Es dokumentiert mit seiner Sammlung die Geschichte des Hauses seit der Gründung im Jahr 1692 in der Form eines visuellen Gedächtnisses. Als ursprünglicher Bestandteil der Bibliothek erhielt das Kupferstichkabinett im Jahr 2003 den Status einer eigenständigen Abteilung der Akademie. Seit April 2016 steht es unter gemeinsamer Direktion mit der Gemäldegalerie und der Glyptothek.

Wurden im 18. Jahrhundert hauptsächlich Vorlageblätter zur Verwendung im Unterricht gesammelt, erweiterte sich das Spektrum seit den 1830er-Jahren enorm. Mit zahlreichen Ankäufen und Legaten, die nicht selten mehrere tausend Blatt umfassten, wurde der Versuch unternommen, eine graphische Universalsammlung anzulegen. Daher spannt sich der Bogen von der weltweit einzigartigen Sammlung gotischer Baurisse (UNESCO-Weltdokumentenerbe) über herausragende Zeichnungen von Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer, der Werkstatt des Hieronymus Bosch oder Jost Amman und zahlreichen niederländischen Meistern wie Hans Bol, Paul Bril, Pieter Molyn, Rembrandt, Abraham Storck, Vredeman de Vries oder Anthonie Waterloo bis hin mehreren hundert italienischen Zeichnungen vom 16. bis zum 18. Jahrhundert (darunter: Luca Cambiaso, Domenico Campagnola, Francesco Catalani, Annibale Carracci, Luca Giordano, Guercino, Giovanni Batista Tiepolo). Aus dem 18. Jahrhundert sind Zeichnungskonvolute der Brüder Brand, der Familie Galli-Bibiena, von Franz Caucig, Heinrich Friedrich Füger, Paul Troger, Franz Edmund Weirotter und Michael Wutky vorhanden. Das 19. Jahrhundert ist sehr prominent durch den Nachlass von Joseph Anton Koch, einer hochwertigen Sammlung süddeutscher Romantiker, einen großen Bestand an Blumenaquarellen von Moritz Michael Daffinger, Aquarellen von der österreichischen Brasilienexpedition von Thomas Ender und Blättern von Rudolf von Alt, Josef Danhauser, Anselm Feuerbach, Friedrich Gauermann, Bonaventura Genelli, den Brüdern Höchle, Hans Makart und Ferdinand Runk vertreten. Aus dem Bereich der Moderne und Gegenwart besitzt das Kupferstichkabinett herausragende Werke von Herbert Boeckl, Gunter Damisch, Friedensreich Hundertwasser, Rudolf Jettmar, Gustav Klimt, Friedrich Kurrent, Maria Lassnig, Josef Mikl, Arnulf Rainer, Egon Schiele und Leopold Stolba. Aus dem Bereich der Architektur befinden sich die Nachlässe von Theophil Hansen, Ernst Plischke und Ernst Heiss sowie zahlreiche Blätter von Karl Hasenauer, Josef Hoffmann, Franz Jäger, Georg Niemann, Friedrich Ohmann, Gustav Peichl, Roland Rainer, Friedrich von Schmidt und seinen Schülern und Otto Wagner im Kupferstichkabinett.

Der druckgraphische Bestand umfasst Blätter von Albrecht Altdorfer, Jacques Callot, Daniel Chodowiecki, Lucas Cranach d. Ä., Albrecht Dürer, Hendrik Goltzius, Alfred Hrdlicka, Lucas van Leyden, Rembrandt, aus der Künstlerfamilie Schmutzer, Herwig Zens etc. Der Bestand an 22.000 Photographien stammt zum überwiegenden Teil aus dem 19. Jahrhundert und enthält Konvolute von Ottomar Anschütz, Édouard-Denis Baldus, Bisson Frères, Andreas Groll sowie Photonachlässe von Künstlern, wie etwa Theophil Hansen oder Carl Rahl.

Bilder der Sammlung

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Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien

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Gemäldegalerie / Kupferstichkabinett / Glyptothek
Direktorin Dr. Julia M. Nauhaus
Schillerplatz 3
A-1010 Wien
Tel. +43 1 588 16 – 2200
j.nauhaus@akbild.ac.at
www.akbild.ac.at
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Kupferstichkabinett

Kustode: MMag. René Schober
Tel. +43 1 588 16 – 2400
Fax +43 1 588 16 – 2499
r.schober@akbild.ac.at

Die Bestände des Kupferstichkabinetts können nach Voranmeldung Mo bis Fr 9-16 Uhr eingesehen werden.