Galerie Parterre und Kunstsammlung des Bezirksamtes Pankow

Die Kunstsammlung des Bezirkes Pankow ist eine vergleichsweise junge und kleine Sammlung. Ihre Geschichte lässt sich dennoch nicht einfach erzählen, denn sie ist sowohl an die wechselvolle Geschichte der Berliner Nachkriegserwaltung als auch an die der Berliner Kunst geknüpft und deshalb kleinteilig und heterogen. Kernpunkt sind die in allen Ost-Berliner Bezirken bis etwa 1996 seit den 1960er Jahren getätigten Erwerbungen von jeweils ansässigen Künstlern. Sie erfolgten durch Aufträge, aber auch direkte Ankäufe aus den Ateliers und waren in den einzelnen Bezirken verschieden organisiert und motiviert. Die vorhandenen Arbeiten sind – bis auf wenige Ausnahmen – im Erwerbungszeitraum entstanden.

Die damals unbefangene Bezugnahme auf die vor Ort lebenden Künstler ermöglicht heute einen Eindruck von einer vielfältigen und lebendigen, dem Außenstehenden oft unbekannten, komplex miteinander verwobenen Kunstszene im Osten Berlins - insbesondere der 1970er und 1980er Jahre. Neben den Protagonisten der sogenannten „Berliner Schule“, deren künstlerische Arbeit die Sammlung mit Werken von Manfred Böttcher, Harald Metzkes, Dieter Goltzsche, Klaus Roenspieß oder Lothar Böhme belegen kann, bewahrt sie auch Arbeiten der nachfolgenden Generation, die wesentlich zur Herausbildung der Berliner lyrischen Abstraktion seit dem Ende der 1970er Jahre beitrug. Zu ihr gehören Harald Toppl, Joachim Böttcher, Hanns Schimansky oder auch Volker Henze.

Mit Bildung des Großbezirks Pankow anlässlich der Berliner Bezirksfusion im Jahr 2001 wurden die vorhandenen Kunstwerke erstmals und einheitlich als solche erfasst und inventarisiert. Damit wurde die Sammlung endgültig etabliert und zugleich zum wichtigen und repräsentativen Dokument künstlerischer Arbeit im Osten Berlins. Denn der neue Bezirk Pankow entstand aus den überdurchschnittlich von Künstlern bewohnten Ortsteilen (Alt)-Pankow (Wohn- und Arbeitsort sowohl der Regierung der DDR als auch zahlreicher ehemaliger Exilanten und linker Intellektueller Ost-Berlins), Prenzlauer Berg (Zentrum der Ostberliner Szene) und Weißensee (Sitz der Ost-Berliner Kunsthochschule und in der Folge oftmals Wohn- und Arbeitsort dort ausgebildeter Künstler bzw. ihrer Lehrer).

Aber auch vor dem 2. Weltkrieg lebten hier Künstler erinnert sei an Käthe Kollwitz oder den mit ihr befreundeten Maler und Grafiker Herbert Tucholski, von dem die Sammlung über eine Reihe repräsentativer Graphiken verfügt. Auf diese Weise wird sowohl eine Gesamtberliner Kunsttradition als auch eine spezielle Entwicklung unter den kulturpolitischen Bedingungen der DDR im Osten Berlins nach dem 2. Weltkrieg und dies über Generationen hinweg dokumentiert.

Die Kunstsammlung des Bezirkes Pankow beherbergt heute fast 4.000 Arbeiten von etwa 650 Künstlern. Den allergrößten Teil bilden Werke der Graphik und Arbeiten auf Papier. Wie in den meisten öffentlichen Sammlungen fehlt auch hier inzwischen ein Ankaufsetat. Die Erweiterung und Ergänzung des Bestandes erfolgt deshalb seit 1996 über gezielt organisierte Schenkungen. Zu diesen neueren Schenkungen gehören u. a. Zeichnungen des Berliner Zeichners Egmont Schaefer (1908-2004), Radierungen der Malerin und Grafikerin Charlotte E. Pauly (1886-1981) und eine umfangreiche Schenkung von Grafik des Berliner Malers und Grafikers Klaus Roenspieß (*1935).

Bilder der Sammlung

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Galerie Parterre und Kunstsammlung des Bezirksamtes Pankow

Danziger Straße 101
Haus 103
D-10405 Berlin

Tel. 030 / 902 95-3846 und -3821
Fax 030 / 90295-3849

www.galerieparterre.de

galerieparterre(at)berlin(dot)de

Öffnungszeiten

Für die Galerie:

Mi-So 13-21 Uhr
Do 10-22 Uhr
Sonderöffnungszeiten an Feiertagen!

 

Der Eintritt zu den Ausstellungen ist frei, zu den Veranstaltungen wird von Fall zu Fall Eintritt erhoben.

Graphische Sammlung

Leitung: Kathleen Krenzlin

Öffnungszeiten: Di 9-15 Uhr
Wir bitten um Voranmeldung!

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

S-Bahnhof Prenzlauer Allee, S41, S42
oder Greifswalder Straße, S41, S42
von beiden Bahnhöfen Fußweg von etwa 13 Minuten

 

U-Bahnhof Eberswalder Straße – U2
oder Warschauer Straße – U2
von beiden Bahnhöfen mit der M10 bis vor die Tür

Tram-Haltestelle Prenzlauer Allee – M2
oder Greifswalder Straße – M4
von beiden Haltestellen Fußweg von etwa 5 Minuten

Tramhaltestelle Winsstraße - M10
Hinweise: Mit der M10 bis vor die Tür!

Anfahrt mit PKW

Bei Anfahrt mit PKW Parkraumbewirtschaftung beachten.